Auch in diesem Jahr fand an der Gesamtschule Lohmar erneut der Anne-Frank-Tag statt. Unter dem bundesweiten Motto „Erinnern & Engagieren digital“ beschäftigten sich in diesem Jahr erstmals die Jahrgänge 5 bis 8 mit Leben und Schicksal von Anne Frank. Mit einer Vielzahl an Projekten und kreativen Beiträgen setzten die Schüler*innen ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur und demokratisches Engagement. Das Anne-Frank-Zentrum stellte umfangreiche Lernmaterialien zur Verfügung: eine Plakatausstellung mit QR-Codes, die Hintergrundinformationen und vereinfachte Texte zugänglich machte sowie die Anne-Frank-Zeitung, die anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung den Schwerpunkt auf das Thema Freiheit legte.
Kreative Schülerarbeiten
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der kreativen Auseinandersetzung der Schüler*innen mit der Thematik. In Gruppen- und Einzelarbeiten entstanden Zeitungsseiten und Plakate, die Themen wie „Anne Franks Leben“, „Der Krieg ist vorbei“, „Der Holocaust“ oder „Otto Franks Weg nach Hause“ aufgriffen. In zahlreichen Heften und Postern hinterfragten die Jugendlichen, was Freiheit für sie selbst bedeute („mit Freunden spielen“, „selbst entscheiden dürfen“, „schwimmen gehen“) und was Freiheit für Anne bedeutet hätte („eine eigene Wohnung haben“, „zur Schule gehen können“, „frei reisen“). Es entstanden Bilder und Zeichnungen, die den Gegensatz von Krieg und Frieden sichtbar machten. Zu sehen waren etwa Panzer, Bombenflugzeuge und zerstörte Häuser auf der einen Seite, sowie Symbole von Hoffnung wie Sonne, Regenbogen und Gemeinschaft auf der anderen. Diese Arbeiten machten sichtbar, wie intensiv sich die Schüler*innen mit Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzten und dabei eigene Perspektiven entwickelten.
Gemeinschaftliches Lernen
Besonders eindrucksvoll war die Präsentation der Ergebnisse: In einer Runde stellten die Klassen ihre Arbeiten auf dem Schulhof zusammen, die Schüler*innen versammelten sich darum, diskutierten und erklärten sich ihre Ideen gegenseitig. Die Fotos des Tages zeigen nicht nur die fertigen Produkte, sondern auch das Miteinander, das beim Austausch über Geschichte und Gegenwart entstand.
Wirkung und Stimmen
Der Anne-Frank-Tag 2025 hinterließ bei vielen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. Lehrkräfte betonten, wie ernsthaft die Schüler*innen sich den komplexen Themen stellten, und wie sehr sie den Tag auch zur Selbstreflexion nutzten. Ein Schüler aus Jahrgang 7 fasste es so zusammen: „Mir ist klar geworden, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist – und dass wir uns heute dafür einsetzen müssen.“
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte verfolgt die Gesamtschule Lohmar mit dem Anne-Frank-Tag auch das Ziel, das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ fest an der Schule zu verankern. Der Tag versteht sich daher nicht nur als Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch als Impuls für eine offene, respektvolle und couragierte Schulkultur.
Ausblick
Für 2026 ist geplant, den Anne-Frank-Tag noch breiter aufzustellen: Neben den Jahrgängen 5 bis 8 sollen dann auch die Jahrgänge 9 und 10 teilnehmen. Darüber hinaus sind Kooperationen mit externen Partnern und der stärkere Einsatz von digitalen Formaten vorgesehen, um Erinnerungskultur lebendig und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.






