Ein Artikel der Stadt Lohmar:
Die Orange Days vom 25. November bis 10. Dezember sollen weltweit erreichen, dass Frauen und Mädchen frei von Angst und Gewalt leben können. Leider bleibt Gewalt gegen Frauen eine alltägliche Realität.
Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, und der 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Die Stadt Lohmar sowie die Gesamtschule und das Gymnasium setzen in diesem Zeitraum mit dem Projekt „Orange Bank“ und der Fahnenaktion „Frei leben ohne Gewalt“ ein deutliches Zeichen: In Lohmar ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen. Viele Männer und Frauen in Lohmar engagieren sich aktiv gegen Gewalt an Frauen. Sie greifen ein oder alarmieren die Polizei, wenn eine Frau oder ein Mädchen bedrängt, beleidigt, bedroht oder geschlagen wird.
Orange Bänke noch bis 10. Dezember im Stadthaus
Am 25. November hat die Lohmarer Bürgermeisterin Claudia Wieja gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Feist und den Schulleitungen von Gesamtschule und Gymnasium drei neue „Orange Bänke“ im Foyer des Stadthauses eingeweiht. Die Bänke wurden vom Bauhof vorbereitet und von Schülerinnen kreativ bemalt.
Viele Mitarbeitende der Stadtverwaltung nahmen an der Einweihung teil und demonstrierten ihr Engagement gegen Gewalt an Frauen durch orangefarbene Kleidung oder Accessoires. Projekt-Schülerinnen der beiden Schulen erläuterten dabei, welche Botschaften ihnen bei der Gestaltung der Orange Bänke wichtig waren.
Zusätzlich werden im Foyer auch Bilder von Gesamtschülerinnen zum Thema „Weibliche Wut“ sowie weitere Projektergebnisse ausgestellt, die bis zum 10. Dezember besichtigt werden können.
Mitmachaktion: Zeichen setzen gegen häusliche Gewalt
Bis zum 10. Dezember hängt ein großes orangefarbenes Banner mit der Aufschrift „Gegen häusliche Gewalt“ im Foyer. Dieses Banner wurde von Schülerinnen der Gesamtschule gestaltet, die sich über viele Unterschriften freuen, um die Unterstützung gegen Gewalt an Frauen sichtbar zu machen. Das Banner wird später in der Schule aufgehängt.
Infokärtchen mit Hilfsangeboten für Betroffene
Die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Feist weist auf kleine Infokärtchen hin, die jede*r in die Brieftasche stecken kann. Diese enthalten wichtige Hilfsangebote in der Region samt Kontaktdaten, die bei Bedarf weitergegeben werden können. Hilfe und Beratung bieten beispielsweise das Frauenzentrum Troisdorf und die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Bonn. Für betroffene Männer sowie Männer, die sich aktiv gegen Gewaltverhalten engagieren möchten, steht die Männerberatungsstelle in Siegburg zur Verfügung.
Besorgniserregender Anstieg der Gewaltzahlen
Wie der aktuelle Lagebericht des Bundeskriminalamts zeigt, ist die alltägliche Gewalt gegen Frauen in den letzten Jahren stark gestiegen. Häusliche Gewalt nahm in den letzten fünf Jahren um 20 % zu. Es wird geschätzt, dass nur etwa jeder zehnte Fall von Partnerschaftsgewalt zur Anzeige gebracht wird. Daher ist von einer wesentlich höheren Dunkelziffer auszugehen. Auch bei sexuellen Gewalttaten, Stalking und Cybergewalt steigen die Fallzahlen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fördert die Stadt nachhaltige Präventionsarbeit, etwa durch Workshops an den weiterführenden Schulen.
Bäckerei Liesenfeld: „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“
Ein positives Beispiel für gesellschaftliches Engagement zeigt die Bäckerei Liesenfeld in Lohmar, die an der kreisweiten Brötchentütenaktion teilgenommen hat. Rund um den 25. November wurden Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ sowie Infos zu Hilfsangeboten verteilt. Bürgermeisterin Claudia Wieja bedankt sich herzlich bei der Bäckerei Liesenfeld für diese vorbildliche Aktion. [...]



